Ursprung, Entwicklung und Richtlinien des Rehasports

Der Rehabilitationssport, kurz Rehasport findet seinen Ursprung im Versehrtensport nach dem zweiten Weltkrieg und war ursprünglich Alleinstellungsmerkmal des Deutschen Behindertensportverbandes. Er ist eine für behinderte und von einer Behinderung bedrohte Menschen entwickelte Leistung mit dem Ziel, die Betroffenen auf Dauer in das Arbeitsleben und in die Gesellschaft einzugliedern. Es handelt sich hierbei um eine ergänzende Maßnahme zur Rehabilitation nach § 64 Abs. 1 Nr. 3 und 4 des Neunten Sozialgesetzbuches (SGB IX). Rehasport wird primär von den gesetzlichen Krankenkassen mit dem Ziel der Hilfe zur Selbsthilfe zur Verfügung gestellt und über einen begrenzten Zeitraum bewilligt.

Die Kostenträger des Rehabilitationssports können die Rentenversicherung, die gesetzliche Krankenkasse oder die Unfallversicherung sein. Die Dauer der Maßnahmen reicht von 6 Monaten bis zu 36 Monaten und ist mit der jeweiligen Indikation verknüpft. Die Verordnung muss durch einen Arzt ausgestellt werden. Die Durchführung erfolgt in Gruppen, mit dafür speziell ausgebildeten Übungsleitern. Neben der Rehabilitation, soll der Teilnehmer motiviert werden, nach dem Ablauf der Leistung ein Training zur Gesundheitserhaltung in Eigenverantwortung durchzuführen.

Seit Inkrafttreten des SGB IX zum 1. Januar 2001 besteht ein Rechtsanspruch auf Kostenübernahme für den Rehabilitationssport. Bis zu diesem Zeitpunkt war die Kostenübernahme eine Ermessensleistung der Kostenträger.

Verordnet werden können als Erstverordnung durch einen zugelassenen Arzt:

  • 50 Übungseinheiten in 18 Monaten (Regelfall)
  • 120 Übungseinheiten in 36 Monaten (nur bei festgelegten bzw. chronischen Erkrankungen möglich)

Diese erfolgen zu festen Zeiten in geleiteten Übungsgruppen durch entsprechend qualifizierte Übungsleiter. In der Regel ein- bis zweimal pro Woche (je nach Empfehlung) zu je mindestens 45 Minuten (Herzsport mind. 60 Minuten).

In der „Rahmenvereinbarung über den Rehabilitationssport und das Funktionstraining“ in der aktuellen Fassung vom 01. Januar 2011 sind die Richtlinien zum Anbieten von Rehabilitationssport definiert. Diese sind für alle Anbieter verbindlich.

Chancen für den Anbieter

Die Nachfrage nach Rehasport ist riesengroß. Aufgrund des demografischen Wandels in Deutschland und der somit immer älter werdenden Bevölkerung, steigt auch die Zahl der Arztbesuche vor allem im orthopädischen Bereich stark an. Da Ärzte den Rehasport außerhalb ihres Budgets verordnen können, wird dies auch an vielen Stellen genutzt. Trotz der großen Zahl der bereits vorhandenen Anbieter gibt es lange Wartelisten.

Ein neuer Anbieter hat neben zusätzlichen wirtschaftlichen Chancen auch die Möglichkeit über die Zusammenarbeit mit Ärzten seine Position als Gesundheitsdienstleister weiter zu festigen.